Offene Handelsgesellschaft (OHG) gründen: Leitfaden für Unternehmer

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Offene Handelsgesellschaft (OHG) gründen: Leitfaden für Unternehmer
Die Offene Handelsgesellschaft (OHG) ist eine einfache und flexible Personengesellschaft in Deutschland. Sie eignet sich für Unternehmer, die gemeinsam auftreten und Verantwortung teilen. Dieser Leitfaden erklärt Gründung, Voraussetzungen, Kosten und Haftung.

Was ist eine Offene Handelsgesellschaft (OHG) und wann lohnt sie sich?

Die Offene Handelsgesellschaft (OHG) ist eine Personengesellschaft, bei der alle Gesellschafter unbeschränkt, persönlich und gesamtschuldnerisch haften. Sie wird für den Betrieb eines Handelsgewerbes gegründet und tritt unter einer gemeinsamen Firma auf.

Geeignet ist die OHG insbesondere für:

  • Familienunternehmen,

  • kleine unternehmerische Projekte,

  • Partner, die sich gegenseitig vertrauen und gleichberechtigt entscheiden möchten.

Die OHG bietet maximale Transparenz und einfache Strukturen, erfordert jedoch die Bereitschaft zur gemeinsamen Haftung.

Grundvoraussetzungen für die Gründung einer OHG

  • Mindestens zwei Gesellschafter (natürliche oder juristische Personen)

  • Kein gesetzliches Mindestkapital erforderlich

  • Gesellschaftsvertrag: schriftlich empfohlen

  • Eintragung ins Handelsregister: verpflichtend

  • Gewerbeanmeldung: erforderlich

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Alle Gesellschafter haften mit ihrem gesamten Privatvermögen. Klare interne Regeln sind entscheidend, um Konflikte und Risiken zu minimieren.

Offene Handelsgesellschaft gründen: Schritt für Schritt

1. Einigung der Gesellschafter & Firmenname

Die Gesellschafter legen Zweck, Zusammenarbeit und Firma fest. Der Firmenname muss den Zusatz „Offene Handelsgesellschaft“ oder „OHG“ enthalten und unterscheidungskräftig sein.

2. Gesellschaftsvertrag aufsetzen

Der Gesellschaftsvertrag sollte mindestens regeln:

  • Firma und Sitz der Gesellschaft

  • Namen der Gesellschafter

  • Unternehmensgegenstand

  • Vertretungs- und Geschäftsführungsbefugnisse

  • Gewinn- und Verlustverteilung

Der Gesellschaftsvertrag muss nicht notariell beurkundet werden, eine juristische Prüfung wird jedoch dringend empfohlen.

3. Sitz der Gesellschaft & Gewerbeanmeldung

Ein Nachweis über die Nutzung der Geschäftsräume (z. B. Mietvertrag) ist erforderlich. Danach erfolgt die Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt.

4. Eintragung ins Handelsregister

Die Anmeldung erfolgt elektronisch über einen Notar beim zuständigen Amtsgericht (Handelsregister). Benötigt werden u. a.:

  • Gesellschaftsvertrag

  • Angaben zu allen Gesellschaftern

  • Gewerbeanmeldung

  • Erklärung zur Vertretungsbefugnis

Kosten und Zeitaufwand

  • Handelsregistereintrag: ca. 150–250 EUR

  • Notarkosten: abhängig vom Umfang (meist 150–300 EUR)

  • Gewerbeanmeldung: ca. 20–60 EUR

  • Dauer der Gründung: etwa 1–3 Wochen

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Die OHG ist steuerlich transparent: Gewinne werden den Gesellschaftern zugerechnet und von ihnen persönlich versteuert.

Auflösung und Beendigung der OHG

Eine OHG kann beendet werden durch:

  • Gesellschafterbeschluss

  • Ablauf der vereinbarten Dauer

  • Kündigung eines Gesellschafters

  • Tod oder Ausscheiden eines Gesellschafters (sofern nicht anders geregelt)

  • Gerichtliche Entscheidung

  • Umwandlung der Gesellschaft

Nach der Auflösung folgt in der Regel die Liquidation, sofern keine Gesamtrechtsnachfolge erfolgt. Erst nach vollständiger Abwicklung wird die OHG aus dem Handelsregister gelöscht.

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Eine rechtzeitige und formal korrekte Beendigung der OHG schützt die Gesellschafter vor späteren Haftungsrisiken.


Fazit

Die Offene Handelsgesellschaft ist eine unkomplizierte und kostengünstige Rechtsform für vertrauensvolle Geschäftspartner. Sie ermöglicht schnelle Entscheidungen, erfordert jedoch klare Absprachen und die Bereitschaft zur gemeinsamen Haftung.

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