Pauschalierte Steueränderungen 2026 in Deutschland – was sich wirklich ändert

Teilen auf:
Pauschalierte Steueränderungen 2026 in Deutschland – was sich wirklich ändert
Ab 2026 treten in Deutschland mehrere Anpassungen bei pauschalierten Steuerregelungen in Kraft. Besonders betroffen sind die Entfernungspauschale, Pauschbeträge und die Pauschalversteuerung bestimmter Arbeitnehmerleistungen.

Einheitliche Entfernungspauschale

Ab 1. Januar 2026 gilt eine einheitliche Entfernungspauschale von 0,38 € pro Kilometer, und zwar ab dem ersten Kilometer.

Bislang betrug die Pauschale 0,30 € für die ersten 20 km und 0,38 € ab dem 21. km.

Vorteil: Kurzstreckenpendler*innen erhalten erstmals denselben steuerlichen Abzug.

Die Pauschale gilt automatisch als Werbungskosten – kein Einzelnachweis nötig.

Erhöhung von Pauschbeträgen

Im Rahmen der Steuerreform steigen mehrere pauschale Freibeträge:

  • Grundfreibetrag: 12.348 € (bisher 11.604 €)

  • Kinderfreibetrag: 6.828 € je Kind

Diese Änderungen senken automatisch die Steuerlast für Arbeitnehmer*innen, ohne dass ein Antrag erforderlich ist.

Pauschbeträge = feste Abzugsbeträge, die ohne Nachweis gewährt werden.

Pauschalversteuerung von Arbeitgeberleistungen

Auch bei pauschalversteuerten Sachzuwendungen (§ 37b EStG) und Minijobs (§ 40 EStG) gelten 2026 dieselben Sätze, aber mit höheren Freibetragsgrenzen:

  • Sachzuwendungen bis 50 € monatlich bleiben steuerfrei,

  • darüber hinaus ist weiterhin eine Pauschalversteuerung mit 30 % möglich.

  • Bei Minijobs bleibt die pauschale Lohnsteuer von 2 % bestehen, der Verdienstgrenzwert steigt auf 560 € pro Monat.

Box illustration

Arbeitgeber*innen sollten die neuen Grenzen bei Bonusprogrammen, Gutscheinen und Nebenjobs prüfen.

Kleinunternehmerregelung

Die Umsatzgrenze für die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) bleibt unverändert bei 22.000 € im Vorjahr. Es sind für 2026 keine Änderungen angekündigt.


Fazit

Deutschland kennt keine einheitliche „Pauschalsteuer“ wie andere Länder, doch 2026 bringt wichtige pauschalierte Erleichterungen: höhere Freibeträge, vereinheitlichte Entfernungspauschale und angepasste Grenzen bei Minijobs und Sachzuwendungen.

Für Arbeitgeberinnen und Arbeitnehmerinnen bedeutet das: weniger Nachweise – mehr Nettoeffekt.

Box illustration

Erfahren Sie, wie die Mehrwertsteuer in Deutschland funktioniert – mit allen aktuellen Sätzen und Beispielen in unserem Artikel zur deutschen Mehrwertsteuer.

Mit uns kann jeder problemlos Rechnungen stellen.Homepage
Faktura

Verwandte Artikel

Einkommensteuerreform: Das ändert sich für Einzelunternehmer und Personengesellschaften
16.9.2026

Am 2. September 2026 hat das Bundeskabinett die Einkommensteuerreform 2027 beschlossen. Kleine und mittlere Einkommen werden entlastet – doch weil bei den meisten Kleinbetrieben die Einkommensteuer zugleich die Unternehmenssteuer ist, treffen mehrere Änderungen Einzelunternehmer und Personengesellschaften direkt.

Elektronischer Steuerbescheid: Bekanntgabe per ELSTER wird zum Standard
21.8.2026

Bisher kam der Steuerbescheid mit der Post – ab 2027 wird die elektronische Bekanntgabe über ELSTER zum Regelfall. Wer weiter Papier möchte, muss selbst aktiv werden. So bereiten Sie sich als Selbstständige rechtzeitig vor.

Jahressteuergesetz 2026: Steuerzinsen verdoppeln sich ab 2027
21.8.2026

Das Jahressteuergesetz 2026 hebt den Zinssatz für Steuernachzahlungen und -erstattungen ab 2027 von 0,15 auf 0,3 Prozent pro Monat an – eine glatte Verdopplung. Für Selbstständige, die ohnehin häufig nachzahlen müssen, kann das spürbar ins Geld gehen. Was sich ändert, ab wann es gilt und wie Sie hohe Zinsen vermeiden.

Kassensicherungsverordnung und TSE: Pflichten für Ihre Registrierkasse
20.8.2026

Sobald Sie in Ihrem Betrieb eine elektronische Registrierkasse einsetzen, greift die Kassensicherungsverordnung – mit zertifizierter TSE, Belegausgabe und einer Meldepflicht ans Finanzamt. Wer nur eine offene Ladenkasse führt, ist bisher außen vor. Dieser Überblick zeigt, welche Pflichten wann gelten und was sich ab 2028 ändern soll.