Nach den Feiertagen zurück in den Job: Ihr Plan für die ersten drei Tage

Der Abend davor: 30 Minuten, die Ihnen den ersten Vormittag retten
Warten Sie nicht auf den ersten Arbeitsmorgen. Nehmen Sie sich am Vorabend 30 Minuten und erledigen Sie drei Dinge:
Schauen Sie in den Kalender, was in der ersten Woche ansteht. Mehr nicht – das Postfach bleibt vorerst geschlossen.
Notieren Sie drei konkrete Aufgaben für den ersten Tag. Nicht zwanzig, drei.
Räumen Sie Schreibtisch oder Desktop auf. Die Unordnung aus dem Dezember verstärkt am nächsten Tag nur das Gefühl, überfordert zu sein.

Tipp
Tag eins: erst der Überblick, dann die Arbeit
Der größte Fehler am ersten Tag ist, sofort in das größte angefangene Projekt zu springen. Bringen Sie stattdessen zuerst Ordnung in die Informationen.
Gehen Sie das Postfach in drei Schritten durch: Newsletter und Benachrichtigungen ungelesen löschen, den Rest in „heute antworten", „diese Woche" und „Archiv" sortieren, und erst dann mit dem Antworten beginnen. Das erledigt den Großteil der Nachrichten, und das Postfach wirkt nicht mehr wie eine Bedrohung.
Nehmen Sie sich danach einfache Aufgaben vor, die Sie schnell abschließen können. Ein paar erledigte Punkte bis zum Mittag geben Ihnen den Schwung, den Sie nachmittags für die anspruchsvollere Arbeit brauchen. Wenn Sie an solchen Tagen zum Aufschieben neigen, hilft ein Blick auf die 8 häufigen Ursachen für Prokrastination und die Strategien dagegen.

Beispiel
Wer selbstständig ist, bestimmt das Tempo selbst
Wenn Sie ein eigenes Unternehmen führen, sortiert niemand das Postfach für Sie, und Kunden melden sich schon am 2. Januar. Sie haben aber auch einen Vorteil: Das Tempo des Wiedereinstiegs legen Sie selbst fest.
Teilen Sie Kunden Ihren Rückkehrtermin vorab mit und lassen Sie die Abwesenheitsnotiz auch am ersten Arbeitstag aktiv. Niemand erwartet eine Antwort innerhalb einer Stunde. Wie eine professionelle Abwesenheitsnotiz aussieht, haben wir in einem eigenen Artikel beschrieben.
Nehmen Sie am ersten Tag keine neuen Aufträge an. Schließen Sie Angefangenes ab, melden Sie sich bei wartenden Kunden zurück und bearbeiten Sie neue Anfragen ab dem zweiten Tag.
Prüfen Sie die Fristen, die über die Feiertage nicht gewartet haben: Zahlungsziele Ihrer Rechnungen, die Umsatzsteuer-Voranmeldung und weitere Januar-Termine. Genaue Daten und Beträge klären Sie mit Ihrem Steuerberater oder auf den Seiten des Finanzamts – sie können sich jährlich ändern.
Tag zwei und drei: den Rhythmus schrittweise aufbauen
Verlangen Sie am ersten Tag keine volle Leistung von sich. Realistisch sind 60 bis 70 Prozent des normalen Tempos, und das ist in Ordnung – das Gehirn braucht einige Tage, um aus dem Urlaubsmodus umzuschalten.
Was hilft: zurück zum gewohnten Schlafrhythmus (zur gleichen Zeit aufstehen wie vor den Feiertagen, auch am Wochenende), mindestens ein kurzer Spaziergang und etwas in der ersten Woche, auf das Sie sich freuen. Kleinigkeiten wirken: ein Abendessen mit Freunden, Sport, ein weiterer freier Tag, der schon im Kalender steht.
Wie lange dauert das Motivationstief nach den Feiertagen?
Meist einige Tage, höchstens die erste Arbeitswoche. Hält die Unlust deutlich länger an, liegt es nicht mehr an den Feiertagen, sondern an der Arbeit selbst.
Muss ich am ersten Tag alle E-Mails beantworten?
Nein. Sortieren Sie das Postfach zuerst: Newsletter löschen, den Rest in „heute", „diese Woche" und „Archiv" aufteilen. Antworten Sie nur auf die erste Gruppe.
Wann sollte ich als Selbstständiger Rechnungen und Fristen prüfen?
Gleich am ersten Tag, aber kurz. Prüfen Sie, welche Rechnungen über die Feiertage fällig wurden, schicken Sie Erinnerungen und klären Sie die Januar-Fristen. Neue Aufträge erst ab dem zweiten Tag.
Hilft ein zusätzlicher freier Tag nach den Feiertagen?
Oft ja, besonders wenn die freien Tage genau am Wochenende enden. Ein Wiedereinstieg am Mittwoch statt am Montag verkürzt die erste Woche und macht den Start sanfter.
Wie motiviere ich mich, wenn ich überhaupt keine Lust habe?
Warten Sie nicht auf Motivation, sondern beginnen Sie mit einer Aufgabe, die Sie in 15 Minuten erledigen. Schwung entsteht durch Erledigtes, nicht davor. Und planen Sie für die erste Woche etwas, auf das Sie sich freuen.